Rund um die Raunächte

Was sind die Raunächte?

Die Zeit zwischen den Jahren

Wenn das Jahr zu Ende geht, wird es draußen still. Die Tage sind kurz, die Nächte lang, und irgendwo zwischen Weihnachten und Dreikönig scheint die Zeit für einen Moment anzuhalten. Diese Tage haben einen alten Namen: die Raunächte.

Zwölf Nächte, zwölf Monate

Seit Jahrhunderten erzählt man sich, dass jede dieser zwölf Nächte für einen Monat des kommenden Jahres steht. Die erste für den Januar, die zweite für den Februar, bis zur zwölften, die den Dezember in sich trägt.

Wer in diesen Nächten achtsam war, so hieß es, konnte ein wenig in das neue Jahr hineinspüren.

Eine Zeit, die in keinen Kalender passt

Vermutlich stammt der Brauch aus einer Zeit, in der man nach dem Mond rechnete. Zwölf Mondmonate dauern nur 354 Tage, das Sonnenjahr aber 365. Übrig blieben elf Tage und zwölf Nächte, die zu keinem Jahr so richtig gehörten.

Daher sagen wir bis heute, etwas geschehe „zwischen den Jahren“.

Rau, rûch und Rauch

Woher der Name kommt, weiß niemand genau. Vielleicht von „rau“ für wild und stürmisch. Vielleicht vom mittelhochdeutschen „rûch“, pelzig, für die Gestalten, die man sich in diesen Nächten draußen vorstellte. Oder vom Rauch, mit dem man Haus und Stall ausräucherte.

Wahrscheinlich steckt ein bisschen von allem darin.

Wie du sie hier erlebst

In manchen Gegenden beginnen die Raunächte mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember, in anderen erst in der Nacht auf den 25. Hier ist beides verbunden: Du beginnst mit der längsten Nacht, schaust an Heiligabend zurück, und ab dem 25. zählst du zwölf Nächte. Am 6. Januar, in der Nacht der Wunder, schließt sich der Kreis.

Jeden Abend erwartet dich ein Thema, ein kleines Ritual und ein paar Fragen. Du musst nichts glauben und nichts leisten. Es reicht, dir ein paar Minuten zu nehmen.

Achte auf deine Träume

Man erzählte sich, dass die Träume der Raunächte vom kommenden Monat erzählen. In jeder Nacht findest du hier ein kleines Feld für deine Träume. Füll es am Morgen aus, solange noch etwas da ist. Ein Bild, ein Gefühl, ein einzelnes Wort genügt.

Oft zeigt es dir mehr über dich, als du erwartest.

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